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Die Straße der Verbrecher

Hallo. Warum sitzen Sie hier alleine herum?

Das wüsste ich selbst gern.

Wer sind Sie?

Das wüsste ich auch gern.

Diese Straße begehen nur Verbrecher.

Wie bitte? Na dann müssten Sie ja auch einer sein.

Nein ich komme von der anderen Richtung.
Ich gehe jeden Tag diese Strecke um meine Freunde zu sehen.

Wohin gehen sie denn?

Sehen Sie nach hinten.

Ja, da ist ein kahles Gebäude am Ende der Straße.
Was für ein trauriges Mauerwerk.

Wieso denken Sie das?

Sehen Sie nicht die Stahlzäune und Maschendrahtgitter, die in allen Brauntönen verrostet die Steinmauern hochkriechen?

Dort werden Träume geboren.

Bitte? Da sterben sie wohl eher.

Dort wird man neu geboren.

Ja vielleicht. Aber als geringerer Mensch.

Sind Sie ein geringerer Mensch?

Nein warum?

Weil Sie auf dieser Straße gehen.

Ich gehe nicht. Ich sitze hier. Das heißt ja nicht, dass ich von dort komme.

Aber Sie wissen nicht wer Sie sind.

Aber auch nicht woher ich komme. Ich könnte also auch von der anderen Seite gekommen sein. Ich hab‘ dafür keine Erklärung.

Ich wüsste da eine Erklärung.

Ja bitte?

Weil Sie neugeboren wurden.

Na jetzt übertreiben Sie mal bitte nicht.

Ich komme aus der anderen Richtung. Ich weiß wer ich bin.

Wer sind sie denn?

Der Gefängniswächter.

 

 

 

Mittwoch, 1. September 2010

19:50 Uhr

1 Kommentar 1.9.10 19:57, kommentieren

Rückblick August 2010

Der Eine verließ das Land, der andere verließ die Welt.

Lang erwartete Antworten:
Für die eine garkeine und niederschmetternd für die andere.

Besorgniserregend der sich anbahnende Unheil,
während das Heil stumm wartend daneben steht.

Wann wird es sich wohl regen?
Was soll mir das alles zeigen?

Unproduktiv, angespannt, plötzlich.. zu viel.
Das war mein Monat August.

1 Kommentar 6.9.10 14:29, kommentieren

Es ist noch da

Schaudernd spür ich die Leere

Die plötzlich in meiner Linken

Als würd sie in mich versinken

Entsteht als ich heimkehre.

 

Mein pochendes Herz ist verschwunden

Wo ist es nur plötzlich hin?

Das macht überhaupt keinen Sinn

Hatt ich es doch eben hier aufgefunden.

 

Voll Angst fragen sich meine Lippen

Ob man es mir entrissen hat.

Dann spür ich es an meiner Linken statt

An meiner Rechten mich antippen.

 

„Ich bleibe bei dir jeden Tag.

Reise in dir nur gern umher

Links ist nun alles geräumig leer.

Viel Platz für was nun kommen mag.“

 

20:45

1 Kommentar 8.9.10 20:49, kommentieren

Kinderaugen

Glasige kleine Knopfaugen
schimmern wässrig im Neonlicht
Still und in sich selbst vergesunken
lächelt er mich schüchtern an.

Dann entspringen seinen Lippen
die herzzerreissendsten Worte,
die sich tief in mein Herz stechen
und die Mauern meines Schwurs einreißen.

Bis zur Hüfte reicht er mir.
und ist schon konfrontiert mit der
unnachgiebigen Eindringlichkeit der
wichtigsten Fragen eines Leben.

Nach der Logik der Gerechtigkeit.
Nach der Liebe, die er selbst nicht versteht
und die vergebliche Suche nach ihr,
die ihm den Zugang zu sich verwehrt.

Ich würde ihm so gern die Wahrheit sagen.
Er würde es nicht verstehen.
Einem Kind wird vieles geheimgehalten
und das ist auch gut so in seinem Fall.

 

 

12.9.10 15:07, kommentieren

BLOGUMZUG!

Offensichtlich scheinen die Bots einen Weg gefunden zu haben wieder durch das Sicherheitsystem hier durchzukommen und es gibt keine Hilfe vom Support hier. Das reicht mir nun.

Dieser Blog wird demnächst umziehen ist umgezogen und ist weiterhin zu finden auf http://zitronglas.wordpress.com/

1 Kommentar 14.9.10 14:04, kommentieren